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Zertifizierungen
Allgemein
101
102
IHK
GH 2 WI 2019/20
WISO WI 2019/20
ZW F 2019
ZW W 2018

Die praktische Prüfung

Um den praktischen Teil der Prüfung zu bestehen ist es erforderlich ein Projekt in einem Betrieb durchzuführen.

Das Projekt ist von Anfang bis Ende, also von der Planung bis zur Abnahme durch den/die Auszubildende durchzuführen.

Dabei muss das Projekt komplex genug und eines Fachinformatikers würdig sein.

Für Systemintegratoren gelten dabei 35 Stunden für die Projektdurchführung. Anwendungsentwickler haben 70 Stunden. Außerdem muss es ein reales Projekt sein, dass nicht eigens für die Prüfung geschaffen wurde.

Doch bevor das Projekt begonnen werden kann, muss es bei der IHK genehmigt worden sein.

Der Projektantrag

Der Projektantrag soll dem Ausschuss, der weder Sie noch den Betrieb kennt, einen Eindruck von Art und Umfang des Projekts liefern.

Deshalb ist es wichtig hier den Betrieb und das Umfeld in dem das Projekt realisiert wird zu beschreiben. Zudem sollte sich unbedingt auch entnehmen lassen ob es für den eigenen Betrieb oder einen Kunden ist.

Aus dieser Beschreibung des Umfelds sollten sich auch wichtige Informationen (z.B. besondere rechtliche Bedingungen) ergeben.

Nach der Beschreibung des Projektumfelds erfolgt die Erhebung des Ist-Zustands.

In meiner Praxis als Ausbilder sehe ich hier die meisten Fehler, da oft Ist-Zustand und Soll-Konzept vermischt werden.

Beschreiben Sie hier nur kurz und knapp das Problem. Wieso wurde dieses Projekt ins Leben gerufen? Welches Problem besteht oder welcher Arbeitsablauf soll optimiert werden?

Im Soll-Konzept wird noch nichts zu etwaigen Lösungsvorhaben und -ansätzen gesagt. Es ist nur eine Beschreibung der Problemstellung

Auf den Ist-Zustand folgt das Soll-Konzept.

Hier ist wichtig zu beschreiben welche Lösungsvorstellungen Sie zu Beseitigung des Vermeindlichen Problems haben. Ganz wichtig ist dabei deutlich herauszuarbeiten was von Ihnen realisert werden wird.

Was müssen Sie erarbeiten? Was wird von anderen geliefert? Welche Entscheidungen haben Sie zu treffen?

Beachten Sie allerdings auch, dass Sie zum Zeitpunkt des Projektantrags noch nicht mit dem Projekt begonnen haben dürfen. Deshalb können Sie noch nicht alle Entscheidungen getroffen haben. Dazu ist schließlich die Planungsphase da.

Zu guter Letzt ist noch eine Zeitplanung anzufertigen.

Hier hat es sich als praktisch erwiesen eine Obergliederung in den Projektphasen zu machen. Die Untergliederung in einzelne Aufgaben enthält die Zeitangaben.

Dies ist deshalb so wichtig, weil kein Block mehr als acht Stunden haben sollte. Entsprechend teilt man diese möglichst so auf, dass kleinere Arbeitspakete entstehen.

Haben Sie diese Punkte beachtet, sollte einer Genehmigung nichts im Wege stehen und Sie dürfen mit dem Projekt beginnen.

Wird der Projektantrag abgelehnt, ist das kein Problem, denn Sie dürfen noch zweimla nachbessern.

Nachbessern kann hier bedeuten das Projekt neu zu beantragen oder gleich ein ganz neues Projekt als Antrag einzureichen.

Die Dokumentation

Die Dokumentation ist stark an die Vorgaben der jeweiligen IHK gebunden.

Einige Punkte lassen sich jedoch pauschal dazu sagen.

Fertigen Sie ein Inhaltsverzeichnis, dass die Projektphasen aus dem Antrag als Oberpunkte enthält. Dies hilft dem Ausschuss bei der Feststellung das alle Phasen des Projekts in der Dokumentation enthalten sind.

Die Dokumentation oder auch der Projektbericht sollen keine Nachhilfe für die Ausschussmitglieder sein. Es geht also nicht darum eine Schritt für Schritt Anleitung abzuliefern.

Vielmehr dokumentieren Sie dort, was Sie geplant, berücksichtigt, verglichen und durchgeführt haben. Auch wie und warum Sie getestet haben.

Es wird hier nicht das Projekt bewertet. Ein gutes oder schlechtes Projekt gibt es deshalb nicht. Auch ein gescheitertes Projekt bedeutet nicht, dass Sie durchgefallen sind.

Verwenden Sie im Text nur Tabellen und Grafiken, wo diese zur Erklärung notwendig sind. Vollständige Diagramme (ER-Modell, Klassendiagramm, Gantt-Chart usw.) gehören in den Anhang.

Soweit die vorgegebene Seitenzahl ausreicht fertigen Sie auch ein Tabellen-, Abbildungsverzeichnis oder Glossar an und fügen Sie es dem Anhang hinzu.

Achten Sie auch darauf, dass Sie Seitenzahlen in Ihrem Dokument haben und diese mit dem Inhaltsverzeichnis übereinstimmen.

Grafiken sollten unbedingt lesbar und scharf sein. Für Fans und Freaks empfehle ich hier LaTex zu verwenden, weil die Grafiken einfach klasse skaliert werden.

Lassen Sie Ihre Dokumentation unbedingt von anderen Menschen gegenlesen. Ihnen selbst wird vieles klar und verständlich erscheinen nur weil Sie Ihr Projekt gut kennen.

Präsentation

Die Präsentation ist eine besondere Herausforderung.

Hier präsentieren Sie in 15 Minuten den Inhalt Ihrer Dokumentation. Dabei wird die Präsentation selbst, aber auch Sie und Ihre Art des Präsentierens gewertet.

Schon bei der Anfertigung der Präsentation gibt es einiges zu beachten.

Anders als an Universitäten oder in Vorlesungen soll die Präsentation Sie nicht ersetzen können. Sie soll Sie unterstützen und die wesentlichen Merkmale aufzeigen.

Weniger ist deshalb hier mehr

Die Präsentation sollte einen guten Kontrast zur besseren Lesbarkeit haben. Testen Sie die Präsenation unbeding mit dem Beamer, den Sie auch bei der IHK verwenden.

Achten Sie unbedingt auf gute, scharfe, lesbare Grafiken.

Niemals viel Text auf die Folien. Kurze, knappe Schlagworte sind hier der Schlüssel.

Bedenken Sie, wenn Prüfer 20 Sekunden zum Lesen der Folie benötigen, hört man Ihnen in dieser Zeit nicht oder nicht richtig zu. Das kann dazu führen, dass die Prüfer wichtige Informationen verpassen.

Kein nerviges Geblinke und Geblitze

Es hat sich auch immer als Vorteilhaft erwiesen eine Agenda einzublenden. Diese zeigt den Prüfern permanent was Sie bereits vorgetragen haben und wie viel noch kommen wird.

Wichtig ist die Zeit. Denn ab der 15. Minute kann der Ausschuss abbrechen. Das wäre natürlich fatal. Denn alles was Sie dann nicht vorgetragen haben führt zu Punktabzügen.

Eine ideale Punktlandung erzielen Sie, wenn Sie zwischen der 14. und 15. Minute fertig werden.

Meinen Auszubildenden rate ich hier immer in der Testphase zwei bis drei Auszüge aus dem Testprotokoll einzufügen bei denen mind. einer fehlerhaft ist.

War der Prüfling zu schnell, kann er hier noch etwas mehr zum fehlgeschlagenen Test und dessen Fehlerbehebung sagen. War er zu langsam, fasst er sich eben kurz.

Ist die Präsentation gut verlaufen geht es ins Fachgespräch

Das Fachgespräch

Das Fachgespräch findet im Anschluss an die Präsentation statt. Es dauert in den meisten Fällen 15 Minuten.

Wie das Fachgespräch selbst abläuft ist vom jeweiligen Ausschuss abhängig. Grundsätzlich darf ein Ausschuss alles fragen, was Bestandteil des Projekts oder auch der gesamten Ausbildung ist.

Es geht im Fachgespräch allerdings nicht darum Ihre Schwächen zu finden, sondern Ihre Stärken.

Wenn Sie eine Antwort nicht wissen, oder in einem Themenbereich nicht so stark sind, dann schwafeln Sie nicht.

Geben Sie dem Ausschuss, und damit auch sich eine Chance. Sagen Sie direkt, dass Sie die Antwort nicht kennen oder in einem Thema nicht so stark sind.

Die Ausschüsse die ich in mehr als zehn Jahren kennenlernen durfte (und dies bei verschiedenen Kammern) wechseln dann den Themenbereich.

Am Ende des Fachgesprächs berät sich der Ausschuss und Sie erhalten Ihr Prüfungsergebnis mit vorläufiger Bescheinigung.